Seltenheit unter dem Wasserziergeflügel

Muscovy Duck

Diese beiden Bilder wurden uns freundlicherweise von P.J.Breman zur Verfügung gestellt

Die Wildform der Warzenente ist die Moschusente. Sie kommt in Mexiko, Mittel- und Südamerika bis Peru im Westen und Uruguay im Osten vor. Schon die Indianer hielten sie als Haustiere. An Seen, Lagunen und Sümpfen am Waldrand, fühlen sie sich wohl. Sie sind gute Flieger und eher Baum- als Wasservögel.

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Die Moschusente ist nicht mit der Stockente, der Stammmutter der übrigen Hausenten, verwandt. Dies zeigt sich schon bei der Brutzeit: Moschusenten - 35 Tage, Stockenten - 28 Tage.

Bei dieser stattliche Wildentenart ist der Erpel deutlich grösser als das Weibchen, im Vergleich zur domiszierten Form sind sie jedoch deutlich schlanker und kleiner. Der Erpel ist ein wenig größer als eine 0,1 Warzenente. Dieser Grössenunterschied ist bei den Küken schon nach wenigen Wochen erkennbar. Im Verhalten sind sie beweglicher und im Wesen misstrauischer und scheuer als Warzenenten. Auch die Warzenbildung in der Zügel- und Augengegend ist geringer. Die Gesichtshaut ist schwarz oder schwarzgrau, beim Erpel oft rot gerändert. Das Gefieder ist glänzend schwarz auf der Oberseite; weniger glanzreich und ins Bräunliche übergehend ist die Unterseite. Typisch sind die weissen Spiegel, die sich im Alter ausdehnen. Die Lauffarbe ist schwarz. Das Nackengefieder ist sträubbar, was z.B. bei der Balz und Verteidigung gezeigt wird.

Die Haltung ähnelt sehr der der Warzenenten. Stämme von 1,2 haben sich bewährt. Wenn sie Ausweichmöglichkeiten haben sind sie mit anderen Enten und Gänsen verträglich. Die Enten brüten gerne in Baumhöhlen und höhergelegenen Nestern. Im ersten Jahr sind es bei der Brut meistens nicht mehr als 10 Eier, bei mehrjährigen Enten sind 15-18 Eier keine Seltenheit und werden zuverlässig ausgebrütet. Mit 12 Wochen sind die Jungenten komplett befiedert. Es ist wichtig, dass sie Äste und Baumstümpfe zum Aufbaumen zur Verfügung haben.

Als reine Wildform findet man diese Art nur noch selten in menschlicher Obhut, da sie oftmals mit wildfarbigen Warzenenten vermischt wurde. Es gab zwischenzeitlich sogar heftige Diskussionen, ob reine Wild-Moschusenten überhaupt noch in Menschenhand existieren. Eine vermehrte Bildung roter oder auch schwarzer Warzen im nackten Gesichtsfeld, Kurzbeinigkeit und ein übermäßig gedrungener Körperbau weisen auf die Einkreuzung mit wildfarbigen Warzenenten hin. Besteht die absolute Sicherheit, dass ein Bestand durchweg wildblütig ist sollte diese Linie unter keinen Umständen verfälscht werden. Nur so kann der Wildtyp in Menschenhand erhalten bleiben.

Die Hausform wird auch als Bisam-, Türken-, Stumm- und Flugente bezeichnet. Die Bezeichnung Warzenente hat sich bei den Rassegeflügelzüchtern durchgesetzt.

Moschusenten vertragen sich Moschusente - männlich Moschusenten beim Balzen
Dieses Bilder zeigt die Verträglichkeit mit Kaiser- und Brandgänsen. 1,0 Moschusente
Im Hintergrund Philipinenenten und 0,1 Moschusente
Mochusenten bei der Balz
Diese obigen drei Bilder und Praxiserfahrungen wurden uns von Michael Weber zur Verfügung gestellt. Er selbst gehört zu den wenigen Moschusentenzüchtern. Falls jemand Interesse hat, hätte er noch Alt- und Jungtiere abzugeben. Nähere Informationen unter
weberoldtimer@aol.com oder mrweber75@web.de.